24
Aug 2015

Danke, Heiligensee!

Sonnenuntergang Heiligensee

Als Hundehalter in Berlin entwickelt man im Laufe der Jahre leichte bis mittelschwere Neurosen. In der Begegnung mit Artgenossen aller Art zieht man seinen Hund automatisch an sich heran, um keine bösen Kommentare von den eigenen Artgenossen auf sich zu ziehen. Hockt sich der Hund hin, um sein Geschäft zu erledigen, zieht man schon rechtzeitig den Beutel aus der Tasche, um der Umwelt gar nicht erst Anlass zu Empörungen zu bieten. Sammelt Hund etwas Fressbares auf, überkommt einen die Angst, es könne etwas vergiftetes sein. Doch, es gibt auch noch echte Oasen. Und die sogar innhalb der Grenzen unserer Stadt!

Seit einiger Zeit verbringen wir unsere Wochenenden auf unserer "Schwimmobilie", für die wir seit dem Frühjahr im Nieder-Neuendorfer See einen Liegeplatz gefunden haben. Nicht immer lösen wir die Leinen, um uns so weit wie möglich von der Spezies Mensch zu entfernen, sondern wir bleiben gerne auch einfach mal am Steg. Schließlich hat Alt-Heiligensee viel zu bieten. Einen Landmetzger, der herrlichste Steaks vom Heiligenseer Rind verkauft. Einen Hofladen, in dessen Kühltheke leckerste Truthahnspezialitäten feilgeboten werden. Und nicht zuletzt den Havel-Fischer, bei dem man fangfrischen und geräucherten Fisch erstehen kann.

Da wir unsere "Lordschaft" dahin gehend konditioniert haben, vielmal am Tag bewegt zu werden, suchen wir die Auen rund um Heiligensee auf, die fußläufig gut zu erreichen sind. Mit der Macke des Großstädters habe ich mich Anfangs auch dort gezwungen gefühlt, Lord ständig zurück zu rufen, Radfahrern weiträumig auszuweichen und Familien mit Kindern aus dem Weg zu gehen.

Aber Heiligensee ist anders. Oder besser gesagt: Die Heiligenseer sind anders.

Dort freut man sich über die Begegnung. Nicht selten höre ich Sätze wie "Ach, lassen sie ihn doch! Ich kann doch auch ausweichen" oder "Danke schön, es wäre aber nicht nötig, dass sie den Hund meinetwegen zu sich rufen". Ganz gleich, ob Hunde-Menschen oder Menschen ohne Vierbeiner im Schlepptau - die Begegnungen in Heiligensee sind durchweg nett und unverkrampft. Und das, obwohl in Heiligensee nicht gerade wenige Hunde unterwegs sind.

Ein Wochenende in Heiligensee ist, als ob man für zwei oder drei Tage in einer gänzlich anderen Welt gewesen wäre.

Ach, was wäre es doch schön, wenn es überall in Berlin zuginge, wie in Heiligensee, dem "gelobten Land" im Nord-Westen der Stadt...

von Jens Tippenhauer

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Kommentar von Thorsten |

Gleiches kann ich (zum Teil !) auch vom äußersten Westen Berlins mitteilen - aber warte ab, bis eine gewisse vermeintlich hippe Klientel diese Orte auch für sich entdeckt hat, und hyperaktive Politiker meinen, nun auch dort mit ihren abstrusen Ideen und Ideologien vorstellig werden zu müssen - quo vadis, Berlin !?!

Kommentar von Dietmar Weis |

@Jens: Ein schöner Bericht eines Wochenend-Heiligenseers. Aber auch Heiligensee ist alles andere als eine Idylle. Die gibt es leider nicht. Es ist immer die Frage, "von woher" man kommt. Ich bin Jahrgang 1964 und kenne und wohne in Heiligensee seit dem. Ich komme also "von hier". Kommt man aber "aus der Stadt", könnte man glauben, man käme in eine Idylle mit lauter netten Menschen. Die Realitätist: Es wird alles schlimmer und nennt sich "Weiterentwicklung". Du hast auf den Punkt die positiven Dinge erkannt. Aber das wiegt nicht auf, was alles schon unwiederbringlich verloren, vernichtet und zerstört ist ("weiterentwickelt").

@Thorsten: Ganz recht. Du meinst die Gentrifizierung. Das verläuft in Heiligensee natürlich auch bereits - nur schleichend. Der Verlust an Lebensqualität für "Einheimische" über die Jahre ist unbeschreiblich groß. Die wesentlichen Elemente dafür sind: Weiterentwicklung, sh. oben, so genannte Pflegemaßnahmen, Nachverdichtung, Instandhaltung und Instandsetzung und Verkehrssicherheit. Zerstörung und Vernichtung allerorten. Warum sollte es in Heiligensee anders sein als überall? Und es zeigt, dass es der Gentrifizierung via Hipsterklientel gar nicht bedarf, sondern auch so passiert. Die Ursache dafür sind grundsätzich immer die Bezirksverwaltung und der Bezirksbürgermeister. Kleine Fürsten, die ihren Bezirk "weiterentwickeln" oder zu Tode instandhalten. Wie die Gemeinde und die Gemeinderäte draußen auf dem Land. Unter die Räder geraten Werte und Natur und Lebensqualität.

Mit anderen Worten: es ist in Heiligensee wie immer und wie überall.

Kommentar von Barbara |

Es wäre schon toll, wenn sie weiterhin ihren Hund anleinen bzw. zurückrufen, denn auch ich entwickel mittelschwere bis schwere Neurosen und zwar dann, wenn ich mit meiner Enkeltochter in Parkanlagen spazieren gehe und unangeleinte Hunde unseren Weg kreuzen. Das Mädel bleibt jedesmal ängstlich stehen und versteckt sich hinter mich, wartet bis der Hund vorbei ist und fragt mich, ob sie wieder rennen kann. Irgenwie kann es nicht sein, dass Kinder weniger Freiheiten haben als Hunde, oder???
Oder wenn die gefüllten Hundetüten einfach bei Anwohnern über den Zaun geworfen werden. Da muss man sich dann nicht wundern, wenn nicht jeder Hunde und Hundebesitzer toll findet.

Kommentar von Claudia |

Zu dem Kommentar von Barbara möchte ich noch hinzufügen: Es besteht Leinenzwang in den Parkanlagen! Und der Hund hat an die max. 1m lange Leine genommen zu werden, wenn sich Mitbürger nähern! Das sind Verhaltensregeln für Hundebsitzer, die der Gesetzgeber so festgelegt hat!

Mir ist es schon passiert, dass eines dieser vierbeinigen Dinger auf mich zugerannt kam, mir die ganze Hose abgesabbert hat - und Frauchen sich natürlich mit keinem einzigen Wort entschuldigt hat.

Bei einem Spaziergang im Sommer vergangenen Jahres kam eine besonders schlecht erzogenes Exemplar von Hund plötzlich aus einer Grundstückseinfahrt geschossen, fletschte die Zähne, knurrte und bellte mich an - und Herrchen stand daneben und glotzte nur.

Liebe Hundebesitzer, benehmt euch doch einfach mal, als wäre nicht jeder Mensch auf diesem Planeten ein Hundefreund. Denn das ist nicht der Fall!
Ihr beansprucht ständig Rücksicht für euch und eure Vierbeiner, seid aber selber nicht dazu bereit, Rücksicht auf andere - Tier und Mensch - zu nehmen.
Ihr könnt nicht erwarten, dass sich eure Mitmenschen über vollgeschissene Gartenzäune und Zufahrten und über ganztägiges Dauergekläffe an 365 Tagen im Jahr freuen.

Und, ja, es ist für die meisten Hundebesitzer sicher schwer zu verarbeiten, aber: Ihr habt nicht nur Rechte im Umgang mit euren Hunden, sondern auch Pflichten. Eine der Pflichten ist die Entsorgung der Hinterlassenschaften eurer Hunde und eine andere der Leinenzwang. Wo ist also das Problem?

Die Welt ist unser Spiegel. Genau das Verhalten, das ihr an den Tag legt, bekommt ihr von Nicht-Hundebsitzern zurück: Aggression.

Gerade beim Schreiben fällt mir das Logo der „Berliner Schnauzen“ auf - und ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll: „Partner für Mensch, Tier und Natur“. Hunde schädigen die Natur nachhaltig. Straßenbäume sterben massenweise ab, weil der Hundeurin für sie reines Gift ist. Und das „Tier“ im Slogan … nun ja, auf dem Planeten, auf dem ich leben, sind nicht alle Tiere Hunde. Glücklicherweise.

Kommentar von Astrid |

Oh wie hängt es mir zum Halse raus - und zwar als Mutter zweier Kinder ! Was ? Die sinnbefreiten Kommentare vom Schlage einer Barbara oder Claudia. Da überträgt eine ältere Frau ihre Neurosen und Phobien grob fahrlässig auf ihre Kinder und Enkelkinder, und macht dann noch Gott und die Welt dafür verantwortlich. Dem so gerne diskutieren Hundeführerschein sollte man unbedingt einen Kinderführerschein folgen lassen, bzw vielmehr damit starten, dann bedarf es nämlich auch keines Hundeführerscheins. Der Hund ist das reine Glück für Kinder, auch wenn meine aufgrund von Zeitmangel nicht in den Genuss des gemeinsamen Aufwachsens kommen durften - dennoch ist es für mich als Mutter Pflicht, sie auf ihre Umwelt in allen Belangen vorzubereiten, und der Hund gehört genauso zum Alltag wie Straßenverkehr oder der Umgang mit anderen Menschen. Setzen 6, Barbara, sie sind ihrem Erziehungsauftrag nicht nachgekommen, wenn sich ihr Enkelkind so verhält ! Großartig auch die hoch wissenschaftlichen Aussagen einer Claudia, die den Hund gleich als Keim eines massenhaften Baumsterbens ausmachen - denn mitnichten ist der Hundeurin eine Bedrohung für Pflanzen oder Bäume, mitunter ist sogar genau das Gegenteil der Fall. Aber das faktisch sinnbefreite Rumgeschreie gehört wohl aktuell zur Kultur im vermeintlichen Miteinander der Berliner, insofern kann ich als Mutter und nicht Hundebesitzerin dem tollen Beitrag von Herrn Tippenhauer danken, und fühle mich auch extrem von dem super Logo und Slogan der Bürgerinitiative angesprochen - denn hier geht es schon lange nicht mehr nur um den Hund, hier geht es um grundsätzliche Toleranz im Zusammenleben, und wie weit wir davon mittlerweile leider entfernt sind, zeigen die Beiträge dieser beiden 'Damen', die vor Egoismus nur so triefen, leider nur zu deutlich !

Kommentar von Jens Tippenhauer |

Ich bin beeindruckt, vom Verlauf dieser Diskussion. Selbstverständlich kann ich nachvollziehen, dass unangenehme Begegnungen mit Hund und Halter ihre Spuren hinterlassen. Doch, wo kämen wir hin, wenn wir sämtliche Radfahrer mit einem Generalurteil belegten, nur weil einige rücksichtslos auf Gehwegen fahren oder rote Ampeln missachten? Wo kämmen wir hin, wenn wir alle Jugendlichen verurteilten, nur weil sie ein paar Flaschen auf Spielplätzen zertrümmern? Wohin würde es führen, wenn wir sämtliche Autofahrer als Verkehrsrowdies aburteilten, weil einige morgens in zweiter Reihe parken, um ein Brötchen zu kaufen? Und wo würden wir landen, wenn wir alle Muttis als Rücksichtslose Egoisten aburteilten, nur weil einige jegliche Geschwindigkeitsbegrenzungen missachten, wenn sie morgens ihre Kinder zur Schule chauffieren?

Ich denke, die Antwort kann ich gleich dazu anbieten: Wir versänken im Chaos.

Wäre es nicht angebracht, zunächst einmal zu hinterfragen, was Sie selbst dazu beitragen können, mit Ihren Mitmenschen besser zurecht zu kommen? Gibt es nicht die Möglichkeit, den Menschen am anderen Ende der Hundeleine freundlich anzusprechen und ihm mitzuteilen, dass man Hunden lieber mit Distanz begegnet?
Ich möchte wetten, dass die meisten Hundebesitzer mit Verständnis reagieren werden. In ähnlicher Höflichkeit kann man Jugendlichen mitteilen, dass Scherben im Sandkasten zu blutigen Kinderfüßen führen können. Ich habe damit sehr positive Erfahrungen gesammelt - selbst, wenn die Kids schon reichlich angetrunken waren.

Es führt uns in eine Hassgesellschaft, wenn wir immer gleich mit dem Finger auf andere zeigen und unseren Unmut lauthals zum Ausdruck bringen.

Liebe Claudia, liebe Barbara, sind sie sicher, dass Sie immer alles in ihrem Leben so handhaben, dass Ihre Mitmenschen rundum glücklich mit Ihnen sind?

Kommentar von Thorsten |

@Jens - großer Respekt, mit welcher Geduld hier reagiert wird - dies sind definitiv nicht die Leute, auf die man im Alltag treffen möchte, egal in welcher Situation, ob mit oder ohne Hund - mir sind da auch spontan die netten Mamis eingefallen, die mit ihren Panzern kurz vor 8 Uhr morgens durch unsere 30ziger Zone ohne Bürgersteig knallen, um ihre lauffaulen Nachkommen zur nahegelegenen Grundschule zu chauffieren - ohne Rücksicht auf Verluste, die Kinder, die bei Wind und Wetter diese Straße per pedes nutzen, bekommen dann schonmal die Hupe zu hören - obwohl die dann eh meist schon auf ihrem Stuhl in der Schule sitzen ;-) - ICHICHICH - das ist ihre Religion, in der Tat zunehmend unerträglich !

Kommentar von Jens Tippenhauer |

@Thorsten: Besonders spannend finde ich den Kommentarverlauf im Kontext zu meinem Beitrag :-)

Da lese ich genau das, was dazu geführt hat, von den am Beginn des Beitrags beschriebenen "Neurosen" zu berichten.

Volltreffer!

Und danke den beiden Kommentatorinnen für die Bestätigungen, die meinen Artikel nachträglich rechtfertigen :-))

Kommentar von Claudia |

@Astrid: Offenbar sind Ihre Eltern ihrem Erziehungsauftrag auch nicht nachgekommen, denn Ihre Rechtschreibung ist eine einzige Katastrophe.

Auf Ihre eingeschränkte Weltsicht, dass der Hund "das reine Glück" für Kinder sei, gehe ich nicht weiter ein. Es gibt glücklicherweise noch andere Tiere, mit denen Kinder wirklich glücklich sein können.

Die Enkeltochter, von der Barbara berichtet hat, ist übrigens wegen eines unangeleinten
Hundes vom Fahrrad gestürzt. Deshalb hat das Mädchen jetzt Angst vor Hunden.

Zum Thema "Hundeurin": https://berlin.nabu.de/stadt-und-natur/naturschutz-berlin/baumschutz/baumscheiben/
Manchmal hilft es, sich erst zu informieren und dann erst einen Kommentar abzugeben.

@Thorsten: Ich habe keine Kinder. Wenn ich welche hätte, müssten diese - genau wie ich damals - den Weg zur Schule zusammen mit Freunden bewältigen.

Das Thema sind hier aber auch nicht Mütter und Väter, die ihren Nachwuchs am liebsten direkt in das Klassenzimmer fahren würden, sondern Hunde.

Genau diese "ICHICHICH"-Religion, die Sie anführen, ist die Religion, die ich jeden Tag bei Hundebsitzern erlebe: "Mein Hund darf da hinscheißen. Ich zahle ja Steuern." oder "Mein Hund darf den ganzen Tag die Gegend bekläffen. Er ist ja noch jung."

@Jens Tippenhauer: Nein, ich muss den Hundebesitzer nicht fragen, ob er seinen Hund doch bitte mal anleinen könnte. Er ist dazu verpflichtet.

Im Übrigen habe ich das mehrfach bereits versucht - und zwar sehr freundlich. Da Hundebesitzer sich dann aber bei dem ertappt fühlen, was sie ja eigentlich nicht tun dürfen, wurde ich von ihnen nur unfreundlich angeblafft, ich solle mich gefälligst nicht so haben.

Genau dieses Verhalten und die Kommentare hier bestätigen die Rücksichtslosigkeit von Hundebsitzern leider immer wieder.

Kommentar von Jens Tippenhauer |

Liebe Frau Claudia,

ich verstehe Ihren Unmut. Ich kenne auch die Leinenpflicht. Ich kenne auch Leute, die mich schon von weitem "anblaffen", "den Köter gefälligst kurz zu halten" - obwohl ich ihn an der kurzen Leine durch die Stadt führe. So kommen wir nur leider nicht weiter.

Gestern hatte ich eine sehr erfreuliche Begegnung mit einer Dame, die mir schon auf Distanz mitteilte, sie habe Angst vor Hunden. Sie tat dies sehr freundlich und rechtzeitig und somit konnte ich die Straßenseite wechseln. Über die Straße hinweg haben wir uns noch eine Viertelstunde lang sehr nett unterhalten. Es geht also.

Ich würde Sie gerne zu einem gemeinsamen Spaziergang einladen, liebe Frau Claudia! Dann würde ich möglicherweise besser verstehen, was Sie meinen, wenn Sie so grundsätzlich enttäuscht von Hundehaltern berichten.

Ich beanspruche nicht zu behaupten, dass alle Hundebesitzer Engel sind. Ich wage nur zu bezweifeln, dass die Mehrheit derartige Arschlöcher sind, wie Sie sie beschreiben.

Die Hoffnung auf das Gute im Menschen nicht aufgebend grüßt

Jens Tippenhauer

Antwort von Thorsten

@Jens - mein Respekt steigt ins Unermessliche - mannomann, du bist wirklich leidensfähig ! Aber muss man sich denn wirklich alles im Leben antun ? Im Ernst, diese Frau ist so von schlechter Laune zerfressen, das wird wirklich kein Zuckerschlecken. Aber recht haste, wenn jemand diesem Wesen wieder ein Stück Lebensfreude einhauchen kann, dann ist es ein Hund .......

Kommentar von Astrid |

So liebe Hundefreunde, ich dachte das Maß an Sinnbefreiung wäre erreicht, jedoch scheint es sich hier um ein ganz besonderes Exemplar Frau zu handeln, insofern ist leider nochmals ein Kommentar vonnöten:

zu 1) @Astrid: Offenbar sind Ihre Eltern ihrem Erziehungsauftrag auch nicht nachgekommen, denn Ihre Rechtschreibung ist eine einzige Katastrophe --> oh ja liebe Barbara, oder Claudia, ich glaube das ist hier egal - das wurde mir im Rahmen meiner Dissertation auch gesagt (oder doch nicht ... ?!) - in jedem Fall, meine hart arbeitenden Eltern haben mich zu einem toleranten Menschen erzogen, der nie Dinge dumm nachplappert, sondern dem Thema immer auf dem Grund geht - das bringt mein Beruf ua mit sich - insofern bin ich sehr stolz auf sie, wie auch auf meine Kinder, die diese Gabe oder besser dieses Verhalten ebenfalls verinnerlicht haben, auch würde ich nie solch intolerantes, rücksichtlose Geschwätz bei ihnen dulden !

zu 2) Auf Ihre eingeschränkte Weltsicht, dass der Hund "das reine Glück" für Kinder sei, gehe ich nicht weiter ein. Es gibt glücklicherweise noch andere Tiere, mit denen Kinder wirklich glücklich sein können --> in der Tat fehlt ihnen offensichtlich die Fachkenntnis, darauf eingehen zu können, das wird mehr als deutlich - zum Thema Tier und Kind sind sie wohl die letzte Person, die man befragen sollte und nicht nur dazu - insofern haben mich ihre Zeilen weiter unten wieder aufgebaut ... - wie ihre Aussage Tier / Hund / Glück gedeutet werden soll, bleibt ihr Geheimnis, man sollte nicht alles versuchen zu verstehen ....

zu 3) Die Enkeltochter, von der Barbara berichtet hat, ist übrigens wegen eines unangeleinten Hundes vom Fahrrad gestürzt. Deshalb hat das Mädchen jetzt Angst vor Hunden. --> Glückwunsch an die Eltern, Großeltern (oder an Claudia ... ?!), den Schuh können sie sich bei dem Verhalten, welches sie hier an den Tag legen, durchaus anziehen, der Verdacht liegt mehr als nahe, dass die unzureichende Erziehung des Kindes mehr als einen kleinen Beitrag dazu geleistet hat - armes Kind !

zu 4) Zum Thema "Hundeurin": https://berlin.nabu.de/stadt-und-natur/naturschutz-berlin/baumschutz/baumscheiben/
Manchmal hilft es, sich erst zu informieren und dann erst einen Kommentar abzugeben --> ja liebe Claudia, sie können mir glauben, ich muss mich in meiner täglichen Arbeit nicht nur informieren, ich muss beweisen ! Mein Rat an sie, es gibt da ein nettes Sprichwort: Versuch macht klug ! Falls es ihre Kompetenz nicht überschreitet ... - bis dahin: Meine Lesekompetenz ist auch etwas eingeschränkt, aber vom massenhaften Baumsterben kann ich beim besten Willen in dem Artikel nichts lesen - lassen sie mir doch einfach die wissenschaftliche Quelle dieser Aussage zu kommen, ergänzt um belastbares Zahlenmaterial - dann können wir dem Thema gemeinsam auf den Grund gehen ....

zu 5) @Thorsten: Ich habe keine Kinder. Wenn ich welche hätte, müssten diese - genau wie ich damals - den Weg zur Schule zusammen mit Freunden bewältigen --> dieser einer Satz ist der Lichtblick im gesamten Beitrag - und damit meine ich nicht den Schulweg ...

zu 6) Das Thema sind hier aber auch nicht Mütter und Väter, die ihren Nachwuchs am liebsten direkt in das Klassenzimmer fahren würden, sondern Hunde --> hm lieber Thorsten, sie hat den tiefgründigen und durchaus amüsanten Vergleich leider nicht verstanden ....

zu 7) Genau diese "ICHICHICH"-Religion, die Sie anführen, ist die Religion, die ich jeden Tag bei Hundebsitzern erlebe: "Mein Hund darf da hinscheißen. Ich zahle ja Steuern." oder "Mein Hund darf den ganzen Tag die Gegend bekläffen. Er ist ja noch jung." --> oh Claudia, sehen meine Augen da einen Rechtschreibfehler ?! Ansonsten, die ICH jeden Tag .... - den Rest spare ich mir ...

zu 8) @Jens Tippenhauer: Nein, ich muss den Hundebesitzer nicht fragen, ob er seinen Hund doch bitte mal anleinen könnte. Er ist dazu verpflichtet --> ICH muss nicht fragen lieber Jens - brauchts noch mehr Worte ... ?!

zu 9) Im Übrigen habe ich das mehrfach bereits versucht - und zwar sehr freundlich. Da Hundebesitzer sich dann aber bei dem ertappt fühlen, was sie ja eigentlich nicht tun dürfen, wurde ich von ihnen nur unfreundlich angeblafft, ich solle mich gefälligst nicht so haben. --> glaube da läuft jemand den ganzen Tag mit erhobenem Zeigefinger durch die Welt - ICH weiss alles, ICH kann alles - ICH bin der Mitteltpunkt der Welt ...

zu 10) Genau dieses Verhalten und die Kommentare hier bestätigen die Rücksichtslosigkeit von Hundebsitzern leider immer wieder. --> so, ertappt - das mutiert hier zu einer eklatanten Rechtschreibschwäche - HundebEsitzer liebe Claudia, Gruß an ihre Eltern ....

Antwort von Thorsten

@Astrid - hm, wie böse .... - trotzdem, und vielleicht ists hier an dieser Stelle etwas plump, aber ich frage einfach: Darf ich Sie heiraten .... ;-) ?!

Kommentar von Gunther Rosenkranz |

Hallo Jens,
wo ist Deine Seite über Deinen Italien-Urlaub geblieben.die hat mir so gut gefallen.
Ich wollte dazu einen Kommentar schreiben, und nun finde ich die Seite nicht mehr??
Was ist da passiert?? Oder bin ich zu dämlich Deinen Urlaubsbericht zu finden!?!
LG Gunther

Kommentar von Nicole |

Schon interessant wie die Beobachtungen sind.
Ich komme aus Norddeutschland und war dort so eben drei Wochen im Urlaub und ich kann nur sagen, es war die reine Erholung für meine kleine Fellnase und mich. Hier in Berlin scheinen persé alle Kinder massiv unter Angstzuständen vor Hunden zu leiden. Wenn ich meiner angeleinten und sehr ruhigen Hündin durch die Straßen laufen, dann passiert es ständig das Elternteile ihre Kinder aufgeregt auf die andere Seite ziehen (mein Hund läuft meistens auf der rechten Seite in Laufrichtung) oder wechseln gar die Straßenseite. Bitte? Mein Hund schaut höchstens mal, wer da kommt, ist mit ca. 45 cm Schulterhöhe kein Riese und als Mischling nicht mal ein sogenannter "Listenhund" (welch blödes Wort für Tiere, die lediglich von den falschen Menschen erzogen wurden). Was läuft in den Köpfen der Leute da falsch? Wenn mein Hund es wagt in den öffentlichen Verkehrsmitteln einmal die Nase hebt um zu schnüffeln (natürlich mit Maulkorb, aber sie ist ein Hund und es ist ihr Gott gegebenes RECHT zu schnüffeln), flippe Leute schon aus. Kommt in Berlin mal langsam klar. In Norddeutschland fand jeder meine Kleine goldig, jeder wollte sie streicheln und Eltern fragten, nach dem sie sahen dass meine Hündin so lieb war, ob ihr Kind sie mal anfassen dürften! Ich war mehrmals aus privaten Gründen in einem Altenheim, wo man gerne Hunde mitbringen darf...dort war meine Hündin ein echter Hit. Jeder sprach uns an, sie lief dort frei rum (Oh Gott, und sie hat weder irgendwo hingemacht noch jemanden gefressen), schnüffelte die älteren Bewohner an, liess sich kraulen und leckte sogar mal über eine Hand. Es leben alle noch. Eine Stippvisite in einem Mutter-Kind-Haus hatte das gleiche Ergebnis. Mein Hund ist gesund, geimpft und wird regelmäßig entwurmt. Ich bin viel in Deutschland unterwegs und muss sagen, was die Toleranz betrifft, will jeder in Berlin ach so Tolerant sein und benimmt sich selber wie die Axt im Wald. Ja, ich finde es auch doof wenn mich fremde Hunde anspringen..ich spreche den Besitzer darauf an und bitte ihn, den Hund besser zu führen. Ja, ich finde es auch doof dass so einige Hundebesitzer grundsätzlich Rücken haben, wenn sie sich Bücken müssen um die Hinterlassenschaften weg zumachen. Aber keine Stadt ist so Intolerant gegen Hundebesitzer, wie diese Stadt. In keiner Stadt wird so oft berichtet, dass hier vergiftete Köder oder welche mit Rasierklingen verteilt werden. Wie krank ist diese Gesellschaft, wenn sie ihre Intoleranz an Tieren auslassen, die nichts dafür können? Tut ihr mir einen Gefallen, die ihr alle so Gutmenschen seid? Bleibt mir bitte eine Armlänge vom Hals....

Kommentar von Jens Tippenhauer |

Liebe Nicole,

es sind nicht die Kinder, die Angst haben - es sind die Eltern, die ihnen Angst einreden. Als wir unserer Wohnung gekauft haben und samt Hund in das Haus eingezogen sind, hörten wir ständig von unseren Nachbarn "Nehmen sie bitte den Hund zurück, unsere Kinder haben Angst vor Hunden!". In diesen Momenten sah man dann immer eine ganze Familie platt an die Treppenhauswand gequetscht. Sobald die Kinder aber ohne die Eltern durch das Haus liefen, streichelten sie den Hund ohne Vorbehalte.

Ein anderes Besipiel: Ein Freundin, die ich seit vielen Jahren kenne und die einige Jahre in der Wohnung unter uns wohnte, ist selbst mit Hunden aufgewachsen und hatte immer einen guten Draht zu unserem Hund. Als sie selbst ein Kind bekam, forderte sie uns plötzlich auf, den Hund zurück zu halten. Als ihr Sohn dann 4 Jahre alt war drängelte er immer öfter, mit uns und dem Hund spazieren gehen zu dürfen. Anfänglich wusste er gar nicht, wie er mit dem Tier umgehen sollte, weil ihm die Eltern Angst vermittelt hatten. Nach einigen zögerlichen Begegnungen verlor er seine Furcht und will bis heute (er ist jetzt 12) immer wieder mit unserem Hund spazieren gehen.

Es sind also die Eltern. Nicht die Kinder!

Das trifft übrigens auf sämtliche Ängste zu, die Kinder an den Tag legen!!!